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Der Nato-Pakt

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Der Nato-Pakt

Als die Sowjetunion noch existierte, hat der Nato-Pakt gute Dienste geleistet, um den Warschauer Pakt in Schach zu halten. Auch wenn die Volksaufklärerung dabei gerne von Sicherheit spricht, hat der Zustand, in dem sich zwei befinden, die sich gegenseitig die Pistole an den Kopf setzen und jederzeit abziehen können, nichts mit Sicherheit zu tun. Dieser höchst unsichere Zustand wird auch dadurch nicht sicherer, daß beide wissen, daß der andere selbst dann noch abziehen kann, wenn er bereits tot ist. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, war es mehrfach nur reiner Zufall, daß es nicht zum atomaren Schlagabtausch gekommen ist. Beispielsweise weil am Abzug gerade ein Charakter saß, der den entsprechenden Befehl zum Einsatz atomarer Waffen verweigert hat. Ein anderer Tag oder ein anderer Charakter, und die Sache hätte ganz anders ausgehen können. Auch die Ereignisketten, die zu diesen Beinahekatastrophen geführt haben, sind durchsetzt von Fehlern, idiotischen Handlungen und Zufällen, die die Plan- und Vorhersehbarkeit bzw. die Rationalität sowohl der eigenen Reaktion als auch der des Gegners Lügen strafen. Der Zufall hat ein ganz gewichtiges Wörtchen mit zu reden. Der Zustand, in dem die Gegner ihre Atomwaffen abschußbereit parat haben, ist russisches Roulette. Das geht solange gut, bis es schief läuft.

Die Befehlskette und Operation Zufall

Für das Versagen der Befehlskette zum Einsatz atomarer Waffen kann es einen ganzen Sack voll Gründen geben. Für die offizielle Propaganda beider Seiten ist die Version am vorteilhaftesten, in der der betreffende Soldat aufgrund des Selbsterhaltungstriebes den Befehl verweigert hat. Das ist schließlich das Credo der atomaren Abschreckung. Eine andere Version wäre, der Soldat hat einfach blockiert, weil der Streßlevel zu groß war. Andererseits gibt es auch Leute, die ihrem Chef gerne mal zeigen, wo dessen Grenzen sind. Sei es, weil sie gerade in dieser Situation zur "persönlichen Höchstform" auflaufen, oder sei es einfach nur, weil sie morgens schlecht gekackt haben. Auf Leben und Tod können formale Hierarchien ganz schnell zusammenbrechen, insbesondere wenn sie, wie im Militär üblich, auf Zwang aufgebaut sind und nicht die tatsächliche Hierarchie in der Gruppe abbilden. Selbst im Frieden lassen sich Wehrpflichtige nur höchst ungern von irgendeinem Volltrottel herum kommandieren. Oder es gibt generell Animositäten und der eigentliche Boß ist ohnehin nicht der, der sich das aufgrund seiner Schulterstücke gerade einbildet. Vielleicht war der, der am Knöpfchen saß, auch nur deshalb kurz mal Chef, weil in ausgerechnet dieser Situation genau dieser Charakter gerade da saß, wo er saß. Um es abzukürzen: Man kann gar nicht so dumm denken, wie es kommen kann. Das gilt insbesondere für Personal in Extremsituationen. Daher sollte man dessen Rationalität nicht überbewerten. Bei dem hoch rationalen Schwachmaten, der auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise befohlen hat, auf hoher See ein sowjetisches UBoot mit Wasserbomben zu attackieren, muß man die ganz grundsätzliche Frage stellen: Wußte der überhaupt, was er tat und damit unter Wasser auslöst? Wie die Automatisierung und Computerisierung den Prozeß des Einsatzes atomarer Waffen beeinflußt, mag der akademischen Selbstbefriedigung dienen. Den Zustand, daß die Vernichtung des anderen nur einen Knopfdruck weit entfernt ist, nennt man labiles Gleichgewicht. Dieser Zustand ist geradezu darauf ausgelegt, durch einen beschissenen Zufall in die Hose zu gehen, um ein stabiles Gleichgewicht zu erreichen. Die bessere Alternative für ein stabiles Gleichgewicht ist, daß beide Seiten im eigenen Interesse auf gewisse Möglichkeiten verzichten.

Rationalität und das atomare Würfelspiel

Ein atomares UBoot hat unter Wasser keine Möglichkeit, rational fest zu stellen, ob es gerade von einem Schwachkopf attackiert wird, oder ob tatsächlich der Ernstfall eingetreten ist, für den es existiert. Der Besatzung bleibt daher ohne Verbindung zur Außenwelt nur die Möglichkeit, das auszuwürfeln. Nicht alle würfeln gleich. Und Schulterklappen machen keine Chefs. Zudem gab es speziell bei den Russen zumindest zu Sowjetzeiten die Tradition, Kommandeuren Leute in den Nacken zu setzen, die deren Entscheidungen überprüfen und von denen die Befehlshaber vielleicht nicht mal etwas wissen. Da man auch zu Lande immer von fehlerbehafteten Ereignissen ausgehen muß, reduziert sich die Frage im Hinblick auf die Computerisierung daher generell zu: Wer würfelt besser, Mensch oder Maschine. So stellen die Sicherheitsapostel der Nato die Frage natürlich nie, denn dann würde auch dem Letzten klar werden, daß der Zustand, in dem sich die Welt zu Zeiten des kalten Krieges befand, nicht sicherer ist als ein Atomreaktor. Shit happens. Man kann vermuten, das rationale Strategen beider Seiten daher bestrebt sind, einen atomaren Schlagabtausch in stiller Übereinkunft erst mal auf die "Verbündeten" zu beschränken. Alles andere wäre Selbstmord.

Plansch mit mir, aber mach mich nicht naß

Zu der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen haben die Amerikaner ein besonders bizarres Verhältnis. Im Kriegsfall betrachten sie dieses Abkommen als nicht existent. Es ist geplant, ausgewählten "Partnern" nach Gutdünken taktische Nuklearwaffen zur Verfügung zu stellen. Das waren zu Zeiten des kalten Krieges beispielsweise die Pershing II-Raketen und sind heute unter US-Bewachung in der BRD gelagerte Atombomben, die deutsche Piloten ins Ziel bringen sollen. Hintergrund für die Ausrüstung der "Partner" mit US-Atomwaffen ist, daß die Amerikaner einen möglichen bewaffneten Konflikt und den Einsatz atomarer Waffen gerne auf Europa begrenzen möchten. Auch wenn man es nicht glauben mag: Aus der Sicht von US-Militärs ist solch ein begrenzt ausgetragener atomarer Konflikt durchaus planbar. Das wäre auch kein Weltuntergang, solange die Amerikaner nur ihre "Partner" verheizen und keine Seite ihr strategisches Arsenal einsetzt. Die Zündung von 50 bis 100 modernen Atombomben in Europa ist vielleicht sogar viel sauberer als Tschernobyl, Fukoshima und die mehr als 400 oberirdisch gezündeten Atombomben der Vergangenheit. Viel mehr haben die Amerikaner für ihre nützlichen Idioten in Europa auch nicht bereit gelegt. In der Öffentlichkeit reden "Volksvertreter" und deren nukleare Planer und Fachleute leider nicht über solche Dinge. Da man davon ausgehen darf, daß beide Seiten die technischen Möglichkeiten ganz genau kennen, müßte das aber kein Geheimnis sein.

Es tun sich Parallelen zum 2. Weltkrieg auf: Die Amerikaner lassen erst mal ihre Alliierten kämpfen und greifen selbst erst dann aktiv ein, wenn die Sache entschieden ist, und ihnen der Sieg praktisch vor die Füße fällt. Die Amerikaner waren die einzigen, denen die Nazis den Krieg erst erklären mußten. Zuvor haben haben die USA im Nordatlantik die Versenkung ihrer Schiffe und eines Zerstörers durch deutsche UBoote mit einem Gleichmut hingenommen, der heute unvorstellbar ist. Wenn also vor den Pershing II Truppen deutsches "Führungspersonal" nach dem Motto auftrat, wir sind wieder wer, auch der BRD stehen (im Kriegsfall) Atomwaffen zur Verfügung, muß man sich schon fragen, ob es sich hier nicht um Offiziere mit einer nach hinten fliehenden Stirn auf dem Niveau eines Selbstmordattentäters handelte. Die taktischen Nuklearwaffen sind der Sprengstoffgürtel, den die Amerikaner ihren Werkzeugen nur deshalb in die Pfötchen drücken, damit sie selbst nicht naß werden. Die kann man getrost aus der BRD und Europa verbannen. Die Kunst ist es nicht, Selbstmordtäter zu werden, sondern welche zu rekrutieren und sich selbst schadlos zu halten. Wenn die Amerikaner mit ihren Sprengstoffgürteln Selbstmord begehen wollen, dann sollen die das gefälligst selber machen. Wie die USA reagieren, wenn in ihrem Hinterhof russische Sprengstoffgürtel verteilt werden sollen, dafür ist die Kuba-Krise ein Beispiel.

Vornehmer aber nicht weniger dumm hört sich die Verfügung über taktische Nuklearwaffen im Kriegsfall bei Partei-Funktionären an, die von "Nuklearer Teilhabe" sprechen. Der Kanzler, den die eigene Partei abgesägt hat, als sie noch nicht Bundeskanzler-Wahlverein war, wird heute von der Volksaufklärung in einer Weise verklärt, die mit der Realität nichts zu tun hat: "Jetzt erklärt er Gott die Welt" (Titel Kölner Express). Der Mehrheitsbeschaffer im Bunde, der durch seinen Seitenwechsel die Nachrüstung perfekt gemacht hat, wurde vor kurzem mit einem Staatsakt unter die Erde gebraucht. Die Nachrüstung ist ein Beispiel dafür, wie die Amerikaner unter Ausnutzung der innenpolitischen Machtdynamik ihre Ziele ganz von selbst erreichen, und der Wille der Bevölkerung auch in einer Demokratie nichts zählt. Es zählt nur der Wille einiger weniger Personen an den richtigen Positionen. Von einer nukleare Teilhabe kann man nur sprechen, wenn Teile des strategischen Atomwaffenarsenals der USA jeweils unter dem alleinigem deutschem, belgischen, ... oder das ganze Arsenal unter einem gemeinsamen Kommando ständen. So weit aber geht die Liebe der Amerikaner nicht, denn das hieße mitgefangen, mitgehangen.

Use case Rucksackbombe

In den 80-iger Jahren war in Europa die Stationierung sogenannter Rucksackbomben in der Diskussion. Sicher werden diese atomaren Sprengstoffgürtel nach der kranken Logik nuklearer Planer dadurch, daß die Russen auch welche haben. Mal jenseits der offiziellen Propaganda: Die zweibeinige Cruise Missle wird erst dann eingesetzt, wenn alle anderen Deliver-Systeme taktischer Nuklearwaffen ausgeschaltet sind, denn sie ist die leistungsschwächste und unzuverlässigste Art der Beförderung. US-Rucksackbomben in Europa machen rein einsatztechnisch nur für den Fall Sinn, daß hier nichts mehr fliegt, nichts mehr schwimmt, die Russen die Kontrolle übernommen haben und die Amerikaner keinen Bock haben, von ihrem "nuklearen Schutzschirm" Gebrauch zu machen, weil sie es sich vielleicht doch noch mal anders überlegt haben. Mit dem Rucksack läuft auch keiner nach Moskau, sondern der "Widerstand" findet hier statt. Atomare Rucksackbomben sind reine Terrorwaffen für Leute, die sich noch wehren wollen/sollen, wenn der Krieg vorbei ist. Dabei weiß man gerade in Deutschland, daß das Weiterleben selbst nach verlorenen Kriegen ganz schön sein kann. Unabhängig davon, ob man von Amerikanern (BRD) oder Russen (DDR) besetzt wird. Den 2. Weltkrieg hat man zwar nicht auf dem Schlachtfeld gewonnen, aber den Frieden hat man ganz sicher gewonnen. Da braucht man sich nur mal die "Sieger" an zu sehen. Selbstmord ist keine Alternative zu einem verlorenen Krieg, auch wenn die Amerikaner das gerne für ihre "Partner" so vor sehen. US Rucksackbomben sind die atomaren Sprengstoffgürtel einer Nation, die angeblich an forderster Front der "Terrorbekämpfung" steht. Das Mudschaheddin-Modell, dessen gelehrigsten Schüler die Saudis sind, existierte schon vor Afghanistan und braucht keine Islamisten. Das Rucksackmodell ist das atomare Mudschaheddin-Modell für Europa. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.

Die Selektion ihrer Selbstmord-Werkzeuge ist bei den USA ein besonderes Desaster. Insbesondere im Hinblick auf deren Zuverlässigkeit. Nicht nur im Nahen Osten. Wenn man sich die Geschichte der "stay behind"-Operationen in Europa ansieht, steht zu befürchten, daß sollten in Europa einmal Rucksackbomben verteilt werden, diese in die Hände von Leuten fallen, für die die Welt ein wenig zu kompliziert ist, und die beim Pissen in die Hose machen, weil der rechte Arm klemmt. Auch wenn der Nahe Osten darüber hinwegtäuscht: Die Arbeit von Rattenfängern hat nichts mit ihrer Religion zu tun.

Politische Weitsicht

Während Mussolini Hitlers Lachnummer (bzw. Heulnummer) war, waren die Finnen Allierte mit Weitblick. Im Gegensatz zu Mussolini hatten sich die Finnen ihr neues Freundchen nur zugelegt, um sich die damalige Großmacht so weit wie möglich vom Hals zu halten. Das hat die Finnen zwar nicht davor bewahrt, von Stalin überfallen zu werden und während des zweiten Weltkrieges zwei Kriege gegen die Sowjetunion zu führen. Aber in Eigenregie, ohne am Vernichtungsfeldzug des Rassisten teil zu nehmen. Während Stalin für einen Sieg über die Nazis kein Preis zu hoch war, wurden die Kriege mit Finnland durch einen Friedesschluß beigelegt. Durch ihren erbitterten Widerstand hatten die Finnen das geschafft, was sich die Nazis durch die Art ihrer Kriegsführung verscherzt hatten. Obwohl längst wieder ein neuer großer Bruder aufgetaucht ist, der gerne Krieg führt, um die Welt zu bekehren, verläßt sich das kleine Finnland bis heute auf die eigenen konventionellen Fähigkeiten, anstatt sich innerhalb der Nato den kranken nuklearen Phantasien der Amerikaner hin zu geben.

Schwedische Wasserspiele

Seitdem im Oktober 1981 an der schwedischen Küste ein sowjetisches UBoot havariert ist, werden in Schweden mit erstaunlicher Regelmäßigkeit Wasserspiele veranstaltet, die es so nur in Schweden gibt. Wenn irgendeiner mal wieder meint, er hätte ein sowjetisches bzw. heute russisches UBoot ausgemacht, wird zur Jagd geblasen. Zwar werden dabei reichlich Waffen eingesetzt und Wasserbomben gezündet, aber in über 30 Jahren wurde noch nie etwas erlegt. Das könnte sich ändern, wenn mal ein schwedischer Soldat an der richtigen Stelle auf die Idee käme, sich über die Befehlskette hinweg zu setzen und sofort das Feuer auf unbekannte Unterwasser-Objekte zu eröffnen. Sicher bestimmen, ob man von den eigenen Vorgesetzten oder der Nato betrogen wird, bzw. ob da gerade ein russisches UBoot, ein US-UBoot oder ein Elch schwimmen, kann man nur, wenn man das auch besichtigen kann. Wenn man über 30 Jahre mit der gleichen Methode angelt, aber nie etwas fängt, müßten rationale Soldaten auf die Idee kommen, mal die Methode zu überprüfen. Da wären dann Verantwortung statt Glaube und Gehorsam gefragt. Am Beginn und zur Hochzeit dieser Wasserspiele hatte man das Gefühl, die Phantasie würde ganz besonders angeregt, um die Schweden in die Nato zu drängen. Mittlerweile sind diese bis in die jüngste Vergangenheit regelmäßig wiederkehrenden Aktionen so abgestanden, daß selbst in der BRD die Volksaufklärung nicht mehr richtig heiß wird. Und die Schweden sind immer noch nicht in Mitglied der Nato.

"Westliche Werte", der Nato-Wertekompaß

Der wichtigste Grundwert des Menschen ist die Selbsterhaltung. Dazu gehören genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und eine Krankenversorgung. Dann folgen all die Dinge, die das Leben schöner machen. Also in individueller Reihenfolge Selbstbestimmung, Vergnügungen aller Art, Wohlstand, soziale Sicherheit ... Unabhängig von Herkunft und Religion werden diese Werte seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden von der Menschheit verfolgt.

Für westliche Hardcore-Fundamentalisten sind diese Werte zweitrangig, denn sich haben die "Westlichen Werte" für sich entdeckt. Eine der jüngsten Glaubensrichtungen für Menschen, die die Welt bekehren möchten. Mißt man diese Werte an ihren Ergebnissen, stellen sie sich nicht selten als das verbales Häufchen von Leuten heraus, die wie die Nazis in den Kategorien ihrer vermeintlichen Auserwähltheit und Überlegenheit denken und mit messianischem Eifer arbeiten. Mißt man die Feldherren und Warlords, die im Namen "Westlicher Werte" in Korea, in Vietnam oder bei den zahlreichen Enthauptungsschlägen kleinerer Regime unterwegs waren, am Verhältnis getöteter Zivilisten versus getöteter Soldaten, gebärden sie sich teilweise noch schlimmer als die Nazis. Allerdings weniger selektiv. Durch die hochtechnisierte Kriegsführung, das wahllose Töten in Free-Fire-Zonen und den Einsatz chemischer Kampfstoffe starben beispielsweise im Vietnamkrieg etwa viermal so viele Zivilisten wie Soldaten. Gleichzeitig war das auch der letzte Krieg, in dem es so etwas wie eine unzensierte Kriegsberichterstattung gab und offiziell mitgezählt wurde. Der Kampfbegriff "Westlicher Werte" ist daher in vielen Regionen der Erde so angesehen wie das, was unter der Schuhsohle klebt.

Im Namen "Westliche Werte" enthauptet die Nato unter verschiedensten Hütchen, Fähnchen und Nichtregierungsorganisationen sukzessive Regime, die ihren Interessen im Weg stehen. Der nichtmilitärische Arm der Nato, die EU verhandelt anschließend mit fast jedem Regime (Türkei, Libyen, Sudan), das sich irgendwie locken läßt, über die, denen man nicht helfen will: Den Flüchtlingen. Da müssen die "selbstlosen Helfer" dann doch erst einmal an sich selbst denken. Könnte man das auch vor Nato-Offensiven? Oder ist "Helfen" einfach zu geil, weil das so eine Art Jagdausflug ist, auf dem man kaum eigene Verluste befürchten muß. Mit ihrer Kriegspolitik haben die USA und einige Verbündete in Nordafrika und dem Nahen Osten die größte Flüchtlingskatastrophe seit dem 2. Weltkrieg ausgelöst. Und das ohne jede Not, denn niemand hat das sogenannte "Sicherheitsbündnis" angegriffen oder bedroht. Da aufgrund dieser Politik innerhalb von Nato und EU Zerfallsprozesse eingesetzt haben, wird mit Hochdruck nach einem neuen Sündenbock gesucht, der den militärischen Fähigkeiten der Nato gerechter wird. Zur engeren Wahl stehen in den USA, und damit auch für die Nato, vor allem China und Rußland. Schließlich sollen sich die Menschen überall auf der Welt an dem Hütchenspiel erfreuen können, das sich "westliche Demokratie" nennt.

Bei der Abarbeitung der Todeslisten des Friedensnobelpreisträgers werden nach Angaben von US-Feldherren ca. neunmal so viele Zivilisten wie "Targets" getötet. Es gibt Leute, die rechnen noch ein klein wenig anders und behaupten, ein getötes "Target" gibt zehn neue. Das ist natürlich ein Bombengeschäft. Verglichen mit den Grundwerte-Dschihadis aus den USA ist die Bilanz der Tötungsstrategien nahöstlicher Regime oft hocheffektiv: Vergleichbar wenig Tote und kaum Terroristen. Das Geheimnis der Effizienz liegt dabei vor allem in der begleitenden politischen Korruption und Vetternwirtschaft. Statt planlos herum zu stümpern ist die erste Wahl immer, jeden, der irgendwie wichtig ist, zu beteiligen und sich dessen Loyalität zu erkaufen. Auf diesen Gebieten müßte sich die teuerste Demokratie, die man kaufen kann, eigentlich problemlos wiederfinden können. Das Saudi-Modell und die Herrschaft von Familienclans findet man nicht nur im Nahen Osten. Vater Präsident, Sohn Präsident, Ehemann Präsident, Ehefrau Außenministerin bzw. Präsidentschaftskandidatin, in den USA nennt man so etwas Demokratie. Heutzutage gibt es kaum noch Herrscher, die sich nicht über das Hütchenspiel, das sich Wahlen nennt, legitimieren lassen.

Seine "Freundin" betrügt Obama auch ganz persönlich. Selbst wenn er verspräche, Merkels Telefon nicht abzuhören, ist dieses Versprechen nichts wert, denn dann hört Obama eben ihre Gesprächspartner ab. Natürlich kann es vorkommen, daß man seinen Partner mal betrügt. Dieses Verhalten ist ganz normal und auch unter Präsidenten und westlichen Werte-Predigern gang und gäbe. Nicht normal ist, daß in Europa nur die Russen die Grundrechte von demjenigen wirksam schützen können, der die wesentlich weiter gehenden Praktiken der fünf englisch-sprachigen Mitglieder des größten Abhörkartells der Erde publik gemacht hat. Noch weniger normal ist, daß sich in Europa durch die Erzwingung der Landung und dem Durchsuchen der Airforce One eines südamerikanischen Präsidenten auch internationale Rechtsnormen als wertlos erwiesen haben. So viel zu "Westlichen Werten".

Das "Friedensbündnis"

Der Verteidigungsfall des Nato-Paktes bestimmt die Selbstdarstellung dieses "Friedensbündnisses". Dem gegenüber steht die Tatsache, daß die Zahl der Kriege, die ausgewählte Member ohne Not unter verschiedenen Hütchen, Fähnchen und "Nichtregierungsorganisationen" selbst vom Zaun brechen, seit dem Ende der Sowjetunion explodiert ist. Gleichzeitig zeigt die Nato erste Auflösungserscheinungen. Diente der Natopakt vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion nur den Amerikaner als Rückversicherung ihrer offensiven Feldzüge und Überfälle, gilt das heute auch für andere Nato-Mitglieder. Selbst die Türkei dreht mittlerweile im Irak und in Syrien ihre eigenen Dinger.

Die permanente Osterweiterung

Während der weitgehend friedlichen Revolution in der Sowjetunion hat sich der Warschauer Pakt aufgelöst. Der Nato-Pakt hat die Gelegenheit ergriffen, und sich alle damaligen Warschauer Pakt Staaten einverleibt. Auch die Sowjetunion selbst hat sich aufgelöst und es entstanden neben der Russischen Föderation, Kasachstan und Weißrußland eine Vielzahl neuer Nachfolgestaaten. Ein ganzer Sack voll Flöhe. Innerhalb dieser Nachfolgestaaten existieren wiederum eine Reihe abtrünniger Republiken, deren Abspaltungen weniger friedlich abliefen/laufen. Zwar kann man sich in diese militärischen Konflikte innerhalb der Nachfolgestaaten der Sowjetunion (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldavien, Ukraine, ...) wunderbar einmischen und nach dem "Fuck the EU"-Prinzip für eine Seite Partei zu ergreifen, um neue Paktmitglieder zu werben. Das einzige Ergebnis sind jedoch weniger Sicherheit und mehr Ärger. Aber so sieht nun mal der Marsch in Richtung Moskau aus.

Ein Pakt wird nicht sicherer, nur weil er größer wird. Im Gegenteil. Mit Estland, Lettland und Litauen steht die Nato schon in der ehemaligen Sowjetunion. Ein eigener militärischer Beitrag dieser drei neuen Staaten zur Sicherheit Europas ist so gut wie nicht vorhanden. Da fliegen deutsche Flugzeuge, denn die haben keine eigenen. Daß die Nato jetzt in ehemaligen Sowjetrepubliken herum turnt, wird mit einem gewaltigen Nachteil erkauft: Die Spaltung Europas vertieft sich wieder und bei den Russen dürfte die Schwelle für den Einsatz ihrer strategischen Waffen sinken, da sie abgesehen von Weißrußland im Gegensatz zu den Amerikanern in Europa keine Alliierten oder Pufferstaaten mehr haben, die sie erstmal verheizen könnten, um zu spüren, wie sich ein atomarer Konflikt anfühlt.

Planspiel

Sollten die Experten für Mittelalter durch ihre Expansionspolitik in Europa einen neuen Krieg vom Zaun brechen, könnte die Bundeswehr den USA die in der BRD gelagerten Atomwaffen einfach wegnehmen. Die sind ohnehin für deutsche Trägersysteme gedacht. Wie all die anderen kleinen Atommächte auch, die eigentlich keine Atomwaffen besitzen dürften, hätte man vor allen ein Druckmittel für eine eigene, von den USA unabhängige Politik in der Hand. Man ist nicht mehr das Kanonenfutter in der Hand des großen Bruders. Man verabschiedet sich von den kranken Schäumen gegenseitiger Auslöschung, an die ohnehin nur die Länder der Erde glauben, die daran glauben müssen. In Europa dient die US-Fiktion des "atomaren Schutzschirms" vor allem dazu, mit taktischen Nuklearwaffen ausgerüstete Selbstmordtäter für eine Nato-Expansion bis nach Moskau bei der Stange zu halten. Solange die USA nicht selbst naß werden, ist es denen einerlei, ob die Nato ihre Kriege gerade in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in der Ukraine, in Lettland oder in der BRD führt. Daher ist es höchste Zeit, daß die bei der Stange gehaltenen Selbstmordtäter an sich selbst denken.

Weitere mindestens ebenso wichtige Gründe für das Planspiel, den Amerikanern ihre in der BRD lagernden Sprengstoffgürtel weg zu nehmen: Erstens wissen die, sobald sie einen lokalen Krieg vom Zaun gebrochen haben, eh nicht, wo ihre Waffen landen. Zweitens schließt man damit zumindest für diese Sprengstoffgürtel aus, daß die USA sie in die Hände fundamentalistischer Wehrsportgruppen der Hosenpinkler-Szene gelangen lassen können. Wie gerne die USA Fundamentalisten benutzen, wie schwer man sie wieder los wird, und wie schwer sie ihr eigenes Land zerstören, dafür sind die Ukraine und der Nahe Osten mahnendes Beispiel.

Hoffentlich gibt es in der BRD ähnlich wie in der Sowjetunion wenigstens Instanzen, die atomare Entscheidungen ganz "unbürokratisch" überprüfen, denn mit so gefährlichem Spielzeug wie atomaren Waffen darf man die Amerikaner in Europa nicht unbeaufsichtigt alleine spielen lassen. Im Notfall muß man Leute, die am atomaren Knöpfchen spielen, auch kalt stellen können, denn nicht nur bei der "Demokratisierung" des Nahen Ostens, der "Demokratisierung" der Ukraine und dem Verhältnis Europas zu Rußland verfolgen die Amerikaner ihre ganz eigene Agenda. Und die hat mit Rationalität und Sicherheit immer weniger zu tun.

Die neuen Frontstaaten

Ehemalige Sowjetrepubliken, die in den Nato-Pakt eintreten, werden die Frontstaaten nuklearer Phantasien. So wie jahrzehntelang die BRD und DDR, nur daß diesmal die Front direkt am russischen Kernland liegt. Wer dagegen wie Georgien als Nichtmitglied des Nato-Paktes eine kleine Olympia-Offensive gegen eine abtrünnige Republik innerhalb des eigenen Landes und die dort von der UN eingesetzten russischen Friedenstruppen startet, der kriegt zwar eins auf die Fresse, lebt aber weiter. Nicht auszudenken, was passiert, wenn ehemalige Sowjetrepubliken wie Georgien als Nato-Mitglieder auf solche Ideen kommen. Ein besonderes Eigenleben zum Mißbrauch der Nato für eigene Provokationen existiert in der Türkei. Die überfällt nicht nur nach eigenem Gusto ihre beiden Nachbarländer Irak und Syrien, um dort Kurden auszuschalten, obwohl die nach offizieller Nato-Lesart Verbündete im Kampf gegen den IS sind. Die Türken schrecken auch nicht davor zurück, eine in Syrien operierende russische Maschine abzuschießen. Die Türken wissen eben, wofür die Nato gut ist.

Der Weg in das Chaos

Blaupause für die permanenten Osterweiterungen ist der Anschluß der DDR. Das Prinzip: Man macht wirtschaftlich Tabula rasa und deindustrialisiert den Beitrittskandidaten, indem man ihn von heute auf morgen von den alten Absatzmärkten abschneidet und neue Grenzen hochzieht. Dann kommen die Leichenfledderer. Für die war in der DDR eine eigene Organisation, die "Treuhand", zuständig. Vorwiegend westdeutsche Investoren pickten sich für "symbolische" Preise die Schnäppchen heraus, der Rest wanderte in die Tonne. Diesen Kahlschlag zum Nutzen einiger weniger bezahlen Arbeitnehmer und Rentner in Ost und West noch heute durch hohe Steuern, die Sondersteuer des Soli, die Einführung von Hartz IV und das permanente Abknabbern der Leistungen von Kranken- und Rentenversicherung. Von den Leistungen, die man für seine Arbeit vor dem Anschluß der DDR bekam, kann man heute nur noch träumen. Die Kombination aus Kahlschlag und Ausverkauf hat den Nobelpreisträgern der Banken und Konzerne ein sehr uneiniges Europa beschert, in dem alle osteuropäischen Mitglieder ebenso anfällig für Nationalismus sind wie in Ostdeutschland. In der Ukraine hat diese Methodik nicht nur zum Nationalismus und zur Deindustrialisierung geführt, sondern sogar zu einem Bürgerkrieg, in dem der Heizwert bestimmt wird. Der Riß verläuft dabei nicht nur entlang der Frontlinie, sondern quer durch das Land. Man sieht ihn nur nicht, da das neue Regime eine Offensive in Sachen Bildersturm, Parteienverbot, Umschreibung der Geschichte und Gleichschaltung gestartet hat. Da von "Freiheit" und "Westlichen Werten" keine Rede sein kann, stimmen sehr viele Ukrainer mit den Füßen ab. Erstaunlicher Weise ist es ausgerechnet für osteuropäische Nationalisten eine besonders geile Vorstellung, das militärisch und wirtschaftlich bedeutungslose Kanonenfutter der Amerikaner zu werden. Wären Komasaufen und Pinkeln nicht sinnvoller?

Die Spaltung Europas

Die von den Nazis durch den Angriff auf die Sowjetunion ausgelöste Spaltung Europas ist bis heute nicht überwunden, weil Europa keine gesamt-europäische Politik macht und sich unter einem "atomaren Schutzschirm" verkriecht, der nur in der Phantasie existiert. In den meisten Ländern der Erde existieren solche Phantasien nicht. Dort gibt es auch keine "Nukleare Teilhabe". Dennoch existieren diese Länder. Selbst ein so unterentwickeltes Land wie Afghanistan kann rein konventionell sowohl die Russen als auch die Amerikaner verjagen. Was also fehlte den Europäern, wenn sie aus dem kranken atomaren Mist der Amerikaner aussteigen und sich auf eine eigene konventionelle Verteidigung verlassen würden?

Auch wenn die Türkei oder Rußland gerne Mitglieder eines geeinten Europas wären, werden diese Länder wohl kaum die DDR-Blaupause über sich ergehen lassen. Unabhängig davon, ob deren jeweilige Regierung von der Volksaufklärung gerade als gut oder böse inszeniert wird. Es sieht aber so aus, als habe die EU nichts anderes anzubieten. Der Dauer-EU-Kandidat Türkei versucht es daher gerade mit Erpressung. Geradezu grotesk wird es, wenn man sich bei US-Nachrichtenfilterern anhört, die Russen würden die Flüchtlinge "weaponizen". Verwechselt man jetzt schon die Russen mit den Türken? Solche Meldungen plappern die Nachrichtenfilterer der BRD vielleicht mal am Rande nach, denn man ist schon gewohnt: Die Amerikaner wissen oft nicht, wovon sie reden und was sie tun.

Eine gesamt-europäische Politik macht zwischen Russen und Ukrainern keinen Unterschied. Den Unterschied macht man in Europa ohnehin erst seit neustem bzw. seitdem die EU der Ukraine eine Assoziierung vorgeschlagen und den Russen gleichzeitig die Tür vor der Nase zugeschlagen hat. Damit hat die EU das Teile und Herrsche bzw. "Fuck the EU"-Programm der Amerikaner übernommen. Würde man zwischen Russen und Ukrainern keine Unterschiede machen, wäre der Konflikt wie von selbst erledigt. Und was könnte, sieht man mal von den Amerikanern ab, für alle Beteiligten lohnender sein? Der Nato-Pakt ist ein Relikt der Vergangenheit, der so überflüssig ist, wie der "Warschauer Pakt". Allerdings hat man vergessen, den Nato-Pakt zu beerdigen.

Das Politbüro, der lange Arm der Nato

In Belangen zur "Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)" stimmen alle Mitgliedsstaaten der EU angeblich gleichberechtigt ab. Wie gleichberechtigt, vermag man daran abzulesen, daß die Entscheidungen wie in Erichs Politbüro einstimmig fallen, und das "EU Parlament" keine Rolle spielt. Dieses sogenannte "Parlament" ist ohnehin nur dem Namen nach ein Parlament, denn ihm fehlt unter anderem die Gesetzgebungsinitiative, eine der wichtigen Eigenschaften eines Parlamentes. Wenn also in der EU die Verhängung von Sanktionen abgenickt werden soll, dann stimmen auf wundersame Art und Weise auch alle dafür. Hinter den Kulissen ist natürlich klar, daß nicht jeder mit dem "Wahlergebnis" einverstanden sein muß, und die gleichberechtigte Wahl eine reine Show ist. Speziell im Zusammenhang mit Wirtschaftskriegen ist es jedoch zu kurz gesprungen, nur einigen großen EU-Mitgliedern vorzuwerfen, daß sie gleicher sind als die anderen. Beim Abnicken von US-Sanktionen bleibt auch den großen Mitgliedern keine andere Wahl, solange sie hinnehmen, daß die USA einfach die US-Niederlassungen europäischer Firmen verklagen, wenn deren Mutterkonzerne nicht mit US-Wirtschaftskriegen konform gehen. Diese Prozesse können ebenso wie die verhängten Strafen extrem teuer werden. Ein Vorgeschmack auf TTIP. Diese Unart bewirkt de fakto, daß die EU jede US-Sanktion mitträgt, ob sie will oder nicht. Zudem ist im Falle der Aufhebung internationaler Sanktionen interessant, wie schnell die Rechtsvorschriften der USA nachjustiert werden, oder ob die Amerikaner das Droh- und Erpressungspotential ihrer "Rechtsprechung" vielleicht auch nutzen, um den eigenen Firmen einen Vorteil zu verschaffen. Statt daß sich europäische Firmen von den USA reglementieren lassen, wäre es an der Zeit, daß die EU im Gegenzug dafür sorgt, daß europäische Firmen für die Verluste, die sie aufgrund von US-Sanktionen erleiden, von den USA entschädigt werden. Statt sich im Rahmen von TTIP von den Amerikanern den Investitionsschutz erklären zu lassen, kann man den Spieß auch umdrehen. Die EU ist mit ca. 500 Mio. Einwohnern der bei weitem größere Wirtschaftsraum, und noch gilt in Europa europäisches Recht.

Der "Wirtschaftsmotor" der Nato

Zeitweise hatte man direkt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion das Gefühl, es ist nur eine Frage der Zeit, und die USA brechen auch zusammen. In der Reagan/Thatcher Ära ist man jedoch auf die grandiose Idee gekommen, die Börsen in ein Kasino umzufunktionieren, in dem die USA als "special Feature" unbegrenzt Schulden machen und die Welt endlos mit frisch gekacktem Geld beglücken können, um noch ein wenig länger von ihrer Außergewöhnlichkeit und Größe zu träumen. Eigentlich war schon die Reagan-Regierung unter einer damals als gigantisch angesehenen Schuldenlast pleite. Verglichen mit heute sieht die damalige Schuldenlast jedoch mikroskopisch aus. Eine der Zockermaschen, um eigene Schulden sicher auf andere abzuwälzen: Jeden Mist bzw. jeden Kredit, den man irgendwo finden kann, klaubt man zusammen und macht daraus ein top geratetes "Wertpapier". Das ist nichts anderes als eine Wette, die man weltweit jedem andreht, der meint, er könne gegen die Kasinobesitzer gewinnen. Wenn solche Wetten wie zu erwarten verloren gehen, und sich die Einsätze in Luft auflösen, springen Steuerzahler und Rentner ein. Die Frage ist dann nur, wessen. Im Gegensatz zu Griechenland kann unser oberster Schuldeneintreiber in Amerika nicht den starken Max markieren, um für verrottende deutsche Banken Spielschulden einzutreiben. Im Gegensatz zu Europa haben die Amerikaner sogar schon mal ihre Arbeitnehmer und Rentner entlastet, indem sie eine ihrer großen, besonders verrotteten Wettbuden fallen gelassen haben. Wie ein kleinerer Spieler an einem Pokertisch ausgezogen wird, der drei Nummern zu groß für ihn ist, und dem gleichzeitig die entsprechenden Muskelpakete fehlen, kann man gerade am Beispiel Griechenlands studieren. Dem haben die ungleich größeren Kumpels sogar schon mal erlaubt, beim Euro ein wenig zu schummeln bzw. standen sogar mit "Rat und Tat" zur Seite. Schummeln durften griechische Funktionäre natürlich nur, weil man sie dadurch noch besser abziehen kann. Die Nobelpreisträger der Banken und Konzerne haben aus der Regierung in Griechenland eine Art Autonomiebehörde gemacht, die zeitweise nicht mal die Kompetenz hat, zu bestimmen, wer in ihrem Finanzministerium putzt. Jedes sogenannte "Hilfpaket" ist ein wirtschaftlicher Kopfschuß für einen hilflos am Boden liegenden Spieler. Im Kasino kann man darauf wetten, wann der endlich für tot erklärt wird oder ob erst noch weitere Kopfschüsse folgen. Für diese Wetten stehen übrigens die Arbeitnehmer und Rentner in ganz Europa gerade, und zwar unabhängig von ihrem Ausgang. "Europäische Werte" at work. Es wäre an der Zeit, im Zusammenhang mit der Herrschaft des internationalen Finanzkasinos die bitterbösen Thesen: "Zocken ist betrügen. Wer nicht betrügen kann, hat verloren." zu untersuchen.

Bestimmte Zirkel in Davos, Bilderberg, ... sind für den Natopakt vielleicht viel wichtiger als "Westliche Werte", Demokratie usw. Der Vorgänger des jetzigen Generalsekretärs der Nato, ein gewisser Rasmussen, hat nach dem Ende seiner Dienstzeit bei Goldman Sachs angeheuert, einem der mächtigsten Player im internationalen Finanzkasino. Vielleicht spricht man anstatt von Anheuern auch besser von Untertauchen. Denn plapperte die Volksaufklärung Rasmussens Weisheiten während seiner Nato-Dienstzeit noch mit einer Demut und Pflichtbesessenheit nach, die einem Generalsekretär gebührt, hört man heute nichts mehr von ihm.

Die sozialen Folgen permanenter Expansion

Die US-Bevölkerung wird an vorderster Stelle von ihren Regierungen über den Tisch gezogen. Systeme der sozialen Absicherung auf dem Niveau des reicheren Teils von Europa kennt man in den USA nicht, denn das ist kommunistisch. Nicht kommunistisch ist dagegen, wenn jeder siebte mit Essenmarken in der Schlange steht. Nicht nur in Kriegen, auch bei dem Eindampfen ihres Mittelstandes und dem Verrotten ihrer Infrastruktur stehen die Amerikaner an vorderster Front. Es besteht also überhaupt kein Grund, sich nach vorne zu drängeln. Jeder Krieg, zu dem man nichts beisteuert, ist ein gewonnener Krieg. Man muß sich von den Amerikanern keine Pflichten aufschwatzen lassen. Ihren Bekehrungswahn dürfen die ruhig alleine ausleben. Wenn in Zukunft selbst in der BRD die Hälfte der Rentner unter dem Existenzminimum leben werden, wirkt die permanente "Verpflichtung" langsam absurd, andere zu Reichtum und Wohlstand demokratisieren zu müssen. Außer einer extrem kleinen Minderheit möchte sich niemand amerikanischen oder ukrainischen Verhältnissen annähern, wo einige alles und der große Rest nichts besitzen.

Ob gelb, ob grün, ob rot, ob braun, stets die Bürger in die Röhre schaun!

Stand: 01.05.16